Friedländer, Eigenhändige Postkarte an den Kollegen Steinkopf.

Friedländer, Eigenhändige Postkarte an den Kollegen Steinkopf.

Friedländer, Paul. Eigenhändige Postkarte an den Kollegen Steinkopf vom 6.9.1913 logierend im Hotel Rössli am Vierwaldstättersee / Schweiz. Darmstadt, 1913.

Sein Vater war der Professor für Altphilologie und Kulturhistoriker Ludwig Friedländer, seine Mutter Laura Gutzeit. Paul Friedlaender sollte zunächst ebenfalls Historiker werden, doch durch Carl Graebe, einen Freund der Familie,[2] studierte er Chemie an den Universitäten Königsberg, Straßburg und München, wo 1878 er Assistent bei Adolf von Baeyer wurde. Hier traf er auch mit Emil Fischer zusammen.

1879 bot ihm Baeyer die Möglichkeit zur Habilitation und Aufklärung mechanistischer Verständnisprobleme bei der Indigo-Synthese. Ein wichtiger Mitarbeiter hierfür war Friedlaenders Doktorand Arthur von Weinberg. Die Chemie von Indigo und seinen Derivaten wurde für Friedlaender eine Lebensaufgabe.[1]

1882 entdeckte er die nach ihm benannte Friedlaender-Chinolin-Synthese. 1883 habilitierte er sich an der Universität München mit einer Arbeit „Über die inneren Anhydride der o-Amino-zimtsäure und o-Amino-hydrozimtsäure“.

1884 wurde er Leiter des wissenschaftlichen Labors des Teerfarbenwerks K. Oehler in Offenbach. Hier begann er sein Werk „Die Fortschritte der Teerfarbenfabrikation und verwandter Industriezweige“.[1] 1889 wurde er Professor an der Universität Karlsruhe, wo er sich mit den Problemen der Naphthalenchemie beschäftigte.

1895 wechselte er zum Technologischen Gewerbemuseum in Wien, wo er sich erneut der Indigochemie widmete.[1] 1904 kam er durch die Arbeit an der Aufklärung der Konstitution von Schwefelfarbstoffen auf die Idee der Thioindigosynthese. 1908 beschäftigte er sich mit der Synthese aller Nuancen (außer Gelb) indigoider Verbindungen. 1909 gelang es ihm aus so genannten Purpurschnecken (Murex brandaris) 1,4 g Purpur zu isolieren, welches er als 6,6’-Dibromindigo identifizierte. Nach seiner Pensionierung im Jahre 1911 führte er seine Untersuchungen auf dem Gebiet der Indigochemie in Darmstadt fort.[1]

Er war Hochschullehrer an der Technischen Hochschule Karlsruhe, dem Technologischen Gewerbemuseum (TGM) Wien und der Technischen Hochschule Darmstadt und vor allem auf dem Gebiet der Farbstoffe aktiv. Er entdeckte den Thioindigo, wofür er 1908 den Ignaz Lieben-Preis erhielt.

Hier die Übersicht der nach ihm benannten Friedländersche-Chinolin-Synthese:

Preis: EUR 120,--